Brief an unsere Freunde
BLITZ-INFO NEHEMIAHOF E. V.  
Für die Freunde April 2016

Hier bitte den aktuellen Freundesbrief ansehen:
Freundesbrief_2016_2017_ok.pdf

„Denn ihr seid alle  Gottes  Kinder durch den Glauben an Christus Jesus."  
Galater3,26

Inhalt dieser  Ausgabe
• Worte des 1. Vorsitzenden zu unseren Flüchtlingen
• Leben auf dem Hof  -  Marianne berichtet über 1000 Dinge, die getan werden müssen
• Eine Milchmädchenrechnung
• Gebetsanliegen
 

Gero schreibt die Geschichte von Christina und Fery
In der letzten Dezemberwoche erhielt ich die Wohnungsanfrage eines Paares. Er aus dem Iran, sie aus Rumänien. Sie wohnten mit seiner Schwester und ihrem Mann auf 15 qm in einer Unterkunft für Flüchtlinge in Ludwigsfelde. Und ihr Sohn wurde am 23. Dezember geboren.
 Nehmen wir sie auf? Eine Wohnung war gerade frei auf dem Nehemiahof. Die Miete sei kein Problem. Sie wurde es dennoch, denn die Rechte der Einwanderer sind begrenzt und waren in diesem Fall ungeklärt.
 Ein Prozess, sie in die bestehenden Strukturen zu integrieren begann. Jetzt nach 3 Monaten sind alle drei  krankenversichert, sie ist in Arbeit und kann anfangen, ihr Leben aus eigenem Verdienst zu bestreiten.
 Eigentlich wollte jemand anderes Anfang März zu uns einziehen, der dann aber doch einen Rückzieher machte. So können sie jetzt dieses Jahr bei uns bleiben.
Wir wurden vielfältig gefordert: Hier ein Tipp fürs Baby-Stillen, da ein Gang zum Dolmetscher, Schreiben von Lebenslauf und Bewerbungen, Geld für Einkauf oder Arztbesuch aufbringen. Gespräche mit Behördenleitern und sozialen Trägern begleiten uns bis heute.
 Lohnt sich das?
 Da halte ich den Kleinen auf dem Arm. Er schläft ruhig. Seine Eltern sind nach einigen Jahren Irrwegen durch Europa zur Ruhe gekommen. Palmsonntag wurden sie in Ludwigsfelde getauft, zusammen mit zwei anderen neuen Mitbürgern. Sie sind nicht nur Gäste, sondern Nachbarn, die uns Brüder und Schwestern geworden sind.
 Gottes Reich ist mitten unter uns.
 
Marianne schreibt: Müll – Müll – Müll - . „Sammelt euch keine Schätze"
Computer und Geräte von Anno dazumal, Socken, Folien, alte Töpfe, Werkzeuge (gut oder nicht mehr zu gebrauchen), alte Farben und  Dosen, Schaumstoff, Möbel … und noch 1000 Dinge mehr haben wir bei unserer großen Aufräumaktion entdeckt.
Zuerst wurden unter Manfreds Regie fünf riesengroße Verschläge gebaut, wo jeder von uns alles unterbringen kann, was ihm lieb und wert ist.
Von Vielem müssen wir uns auch trennen. Über einige Möbel haben sich auch Flüchtlinge gefreut, die eine eigene Wohnung bezogen haben. Der Rest steht vor unserm Haus und muss zum Sperrmüll gebracht werden.
 Diese Aktion hat Spaß gemacht, uns aber auch viel Kraft und Zeit gekostet (und tut es immert noch).
 Deshalb eine Bitte: Wir nehmen keine Trödelsachen und Möbel mehr an, es sei denn, jemand hat konkreten Bedarf, damit wir in Zukunft mehr Zeit und Raum für uns selbst und für andere haben.
 
Marianne schreibt: Zum Anfassen
Aus den Medien kennen wir sie ja alle, die Flüchtlinge, weit gereist, übers Mittelmeer mit orangefarbenen Schwimmwesten.
Am Heilig Abend standen sie leibhaftig vor uns: Eine junge Mutti mit zwei Kindern, 12 und 17 Jahre, deren Mann in Aleppo durch ein Bombenattentat ums Leben kam, war bei uns zu Gast.
 Kartoffelsalat und Würstchen wurden vorsichtig probiert. Wir sangen Lieder und es gab Geschenke. Sie erlebten einen schönen Weihnachtsgottesdienst, und wir hörten später über Bekannte, dass sie sich sehr wohl gefühlt haben. Obwohl sie Moslems waren, war ihnen Weihnachten nicht ganz fremd, weil die Gesellschaft in Aleppo doch sehr vielfältig war und lange Zeit Menschen aus verschiedenen Religionen friedlich zusammen gelebt haben.
Am 28. Dezember, wir stiegen gerade aus dem geliehenen Lastwagen, mit dem wir Unrat weggeschafft hatten, stand vor unserm Haus ein Auto mit schwedischem Kennzeichen. Heraus kamen Christina und Fery aus dem Iran und Rumänien  mit einem vier Tage alten Säugling.
Diese frisch gebackene Familie zog nun bei uns ein. Und sie wohnen immer noch hier, vorerst mietfrei, denn wovon sollte es bezahlt werden.
Inzwischen hat Christin Arbeit gefunden. Der Mutterschutz ist vorbei und da sie aus Rumänien (EGLand) kommt, darf sie arbeiten, er aber nicht. Nun sind wir dabei, alles zu regeln.
 Wir schlossen Bekanntschaft mit Ausländerbehörde, dem Sozialamt, Pro Familia, dem Diakonischen Werk, dem Einwohnermeldeamt und der Putzfirma von Christin, um nur einige Ämter zu nennen. Nun sind wir damit schon recht gut voran gekommen. Nur Fery sucht noch eine Arbeit. Wir müssen die entstandenen Kosten decken. Sie sind aber bereit, ihre Schulden zu begleichen. Ob das nun so schnell klappt, wissen wir nicht.
 Für solche Aktionen braucht der Verein natürlich ein finanzielles Polster. Da wären Spenden wirklich willkommen – und auch Gebet, denn diese jungen Menschen wollen auf eigenen Füßen stehen. Sie wollen ihr Leben in Ordnung bringen, da sie schon viel Schweres erlebt haben.
Sie und viele andere Flüchtlinge kommen auch in unsere Gemeinde und wollten getauft werden, was am Palmsonntag feierlich stattfand. Ich würde mich freuen, wenn unsere Bemühungen fruchten und viele von ihnen hier oder irgendwann wieder in ihrer Heimat Fuß fassen könnten.
 
Susanna schreibt:
 „Dann wird auf den Schellen der Pferde stehen: Heilig dem HERRN." Sacharja 14,20
 Das habe ich mir gewünscht, dass die Ponys für Gott eingesetzt werden, als ich auf den Nehemiahof kam. Und es ist ja auch schon oft gelungen, z.B. bei den Arche-Einsätzen jeden Sommer und bei anderen Freizeiten.
Wünschen würde ich mir evtl. noch einen missionarischen Reiterkreis, wie ich ihn in Hannover mal hatte. Im Gebet bitte ich auch dafür, dass sich unsere Jugendlichen hier wohl fühlen.
 
Milchmädchenrechnung
 Wir bezahlen pro jahr insgesamt 600 € für den Hufschmied, der 5 x im Jahr kommt, um die Hufen unserer 4 Ponys zu beschneiden.  Preisfrage: Wieviel kostet es pro Hufe? – Ich bin gespannt auf Eure / Ihre Antworten am „Tag der offenen Tür". Für jede richtige Antwort gibt's einen Pferdekuss.
 
Unser Bauprojekt
 Gemeinsam mit dem Investor Alexander Winde planen wir, unsere Nebengebäude zu Wohnungen umzubauen. Es wird alles geben:
Von barrierefreien 1-Zimmer- bis 6-Zimmer-Wohnungen. Wir freuen uns über Interessenten, die bei uns einziehen wollen. Wünschenswert ist natürlich eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein und den Neubewohnern.
 
Tag der offenen Tür 
Herzliche Einladung zum „Tag der offenen Tür" am  
Himmelfahrtstag am 5. Mai.
 
Wir beginnen um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in unserer Dorfkirche Wietstock.
 Anschließend findet auf Nehemiahof ein Familiengottesdient mit dem GDVB statt. Danach gibt es ein Pottluck, Hofführung, Kinderspiele, Reiten und kurze Vorträge. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag ausklingen.

Hilfe ist willkommen, bitte melden bei Geerds 03378/ 20 60 82.
Solange der Vorrat reicht gibt's Holundersaft und –sirup, sowie diverse Marmeldensorten aus den Früchten des Hofes. Wir freuen uns auf Euch / Sie.
 
Künstlertage
 Von Do – Sa  21. – 23. Juli können Kinder und Erwachsene wieder töpfern bzw. modellieren mit Ton (Anmeldung Marianne Geerds 03378/20 60 82) und malen oder zeichnen (Anmeldung Werner Zimmermann 033 234/299 520).
 
Gebetsanliegen 

Dank
 • dass wir immer noch hier sind und bisher alles bezahlen konnten
 • dass wir alle gesund sind
 • für bisherige Bewahrung bei den Freizeiten, Bauarbeiten etc. 
Bitte
 • für unseren Ausbau,
 • unsere Projekte im Sommer, Kindertage
 • Tag der offenen Tür und Kinderfreizeit des GDVB vom 5.- 8.Mai:
 • gutes Wetter, gute Stimmung, Bewahrung vor Unfällen
 • für Finanzen, Buchhaltung, unsere eigene Crew
 • für unsere Jugendlichen, fast erwachsenen Kinder:
 • (Ole wird z.B. konfirmiert, ein anderes „Kind" Melinda steckt mitten im Abi,
 • Jan in der Krankenpflegeausbildung). Vier drücken die Schulbank am  Gymnasium, der jüngste Arne noch in der Grundschule.
Toll, was aus den Nehemiahofkids so geworden ist.
 • auch für die regelmäßigen Besucherkinder ist Gebet immer willkommen. Sie kommen meist zum Reiten und zur Pferdepflege, sind schon keine Kinder mehr, sondern Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausbildung.
  
Kinder, wie die Zeit vergeht !